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Kämpfen lernen ist letztlich der Kampf gegen sich selbst und damit eine wahre Lebenskunst! In letzter Konsequenz geht es darum, Kämpfen zu vermeiden und mögliche Konflikte und Auseinandersetzungen vernünftiger zu lösen. Dies haben besonders meine Lehrmeister Teruo Kono und Fu Zhongwen stets betont. Kampfsport eignet sich besonders gut für junge Menschen, um in einem nicht ganz ungefährlichen Rahmen die Vorteile von Vorschriften, Spielregeln und Fairness zu erkennen. |
Wushu:
An der Unterscheidung "Innere - Äußere" scheiden sich häufig die Geister - das habe ich über die Jahrzehnte immer wieder erlebt. Das ist bedauerlich und führt viele Menschen in die Irre.
In der "Kampfkunst-Szene" wird häufig der historische Rahmen bezüglich Buddhismus und Taoismus nicht beachtet - insbesondere der Sieg der buddhistisch geprägten Mandschu über das "Ming-China" und deren "Qing-Dynastie (s. Vortrag "Taiji-Szene/ Tai-Chi-Szene/ Taijiquan-Szene/ Qigong-Szene").
Ich möchte daher einige Überlegungen teilen, die ich auch in meinen Lehrmaterialien darstelle.
Ich plädiere für eine kombinierende Definition, die wesentliches zusammenfasst. In der amerikanischen Fachzeitschrift "Tai Chi Magazine" werden häufig exzellente Artikel zu Innerer Kampfkunst und kontroversen Standpunkten veröffentlicht. Die Erkenntnisse werden laufend in diese Seite eingearbeitet.
Jede östliche Kampfkunst muss innere Aspekte aufweisen - sonst sollte man sie nicht Kampfkunst nennen. Sagt man dann trotzdem Innere Kampfkunst so soll damit ausgedrückt werden, dass der Übende sich innerlich zu einem besseren Menschen weiterentwickeln will - er kämpft gegen sein Inneres, sein Ego und seine Schwächen. Er strebt nach Wahrheit und Natürlichkeit mit dem Ziel richtig zu handeln. Die sich ergebende Spontaneität ist vergleichbar einem Kind, das sich noch natürlich verhält (s. Wu Wei ).
Es werden stets Körper und Geist trainiert. Ob man mit dem Körper anfängt oder mit dem Geist ist auf lange Sicht, also auf dem Kampfkunst-Weg, unwesentlich. Mit vielen teile ich die Meinung, dass man in der Jugend lieber mit dem Körper beginnen sollte.
Als ich zum ersten Mal um 1970 von der Klassifizierung hörte - es war bezüglich Tai Chi des Yang-Stil-Gründers Yang Luchan - erschien mir das sofort sinnvoll - aber nur aus historischer Siicht. Und in der Tat ging es dabei um eine historisch motivierte Abgrenzung, mit der man zwei Richtungen unterschied. Einerseits gab es die in China selbst entstandenen Kampfkünste, die man als "Innere" bezeichnete. Andererseits gab es aus Indien stammende Kampfstile, die man "Äußere" nannte.
Soweit so gut: Es ging um "ausländisch" und "inländisch, chinesisch". Aufgrund einer solchen groben, historischen Zweiteilung kann man Merkmale bestimmen, die das Wesen der Richtungen beschreiben. Auch könnte man auf dieser Basis die Vorteile und Nachteile der Stile erforschen. Historie: Tai Chi Kampfkunst/ Taijiquan Kampfkunst.
Doch was, wenn diese beiden Richtungen sich untereinander austauschen und sich gegenseitig weiterentwickeln? Diese ja sehr wahrscheinliche Mischung würde die Unterscheidung dann schon weniger sinnvoll machen. Das wäre vielleicht so, als würde man zwei Ehepartner unterschiedlicher Hautfarbe erforschen und die Kinder nicht - weil sie ja nicht in das angelegte Zweier-Raster passen.
Und tatsächlich: Dass es Berührungen gab, zeigen schon die vielen Angaben, nach denen unzählige Tai-Chi-Meister, wie es dann typisch heißt " zunächst äußere Kampfkunst betrieben hätten, bevor sie Tai Chi erlernt hätten". Ich würde behaupten, das Tai Chi eines solchen Menschen ist auf jeden Fall eine Mischung ähnlich dem besagten Kind. Die zuvor betriebene Kampfkunstrichtung kann ja nicht wie ein Hemd gewechselt werden. Schon das erlernte Durchhaltevermögen, die psychische Seite der engen Nähe zum (Kampf-)Partner, die dabei geschulte Aufmerksamkeit u. s. w.
Auch ist ja bekannt, wie sehr ausländischer Zen-Buddhismus und inländischer Taoismus sich überschneiden - man denke nur an den Einfluss von Patriarch Huineng.
All dies macht die übliche Wertung so problematisch, derzufolge "Innere Künste" den "Äußeren" weit überlegen seien. Wieder wie im obigen Beispiel: Man macht bestenfalls eine Aussage über Vater und Mutter aber nicht über das Kind.
Meines Wissens wird die Unterscheidung auch nur von Anhängern des "Inneren Lagers" überhaupt benutzt! Dazu muss man wissen, dass hinter der Zweiteilung offenbar die Absicht einer Profilierung: Das Wudang-Gebirge mit seinen Taoisten-Klöstern sollte dem buddhistisch geprägten Shaolin-Kloster entgegensetzt werden - mit der Botschaft: Die Wudang-Techniken sind dem Shaolin weit überlegen! Sieht man dann jedoch Fotos oder Filme z. B. im Internet, so ist das alles andere als überzeugend. Ähnlich verhält es sich mit "Push-Hands-Treffen", die häufig genug der Theorie und den Ankündigungen widersprechen (s. Tui Shou ). Dies sage nicht nur ich, sondern auch Vertreter der "Inneren Kampfkünste" selbst - oft jedoch nur hinter vorgehaltener Hand in persönlichen Gesprächen.
Doch sind diese kritischen Überlegungen nur die Spitze des Eisbergs, denn bekanntlich wird in die historisch motivierte Zweiteilung ja viel viel mehr hineingeheimnist und das zugleich auf höchst unterschiedlichen Ebenen. Legenden, Profilierung, New Age, Okkultismus und Mystik tun ein übriges. Dies spiegelt sich in den häufigen Worten "sensationell, unbesiegbar, . . .
Häufig wird folgendes der Inneren Stilen zugeschrieben - und den Äußeren Stilen abgesprochen.
Ganzkörperbewegung statt "roher" lokaler Kraft
Innere "Qi-Kraft" statt äußerer Muskelkraft/ Gedankenkraft statt Körperkraft
Weichheit statt Härte/ Geschmeidigkeit, steter Bewegungsfluss statt Stoppen
Natürliche Bewegung statt einstudierter
Ruhige Atmung statt heftiger Atmung
Es fällt auf, dass häufig keine konkreten Stile genannt werden. Dann wird leicht im Zirkel argumentiert wird - man sagt
Werden Stile genannt, so sind darunter häufig Shaolin-Stile und Karate. Es kommt dann häufig zu Formulierungen wie
"innerer - weicher" und "äußerer - harter" Kampfkünste. Karate die Weichheit absprechen - das kann man nur, wenn man es gar nicht kennt oder wenn man es nur kurz betrieben hat! So bedeutet etwa Goju-Ryu-Karate ja übersetzt "hart-weich-Schule"
Fachleute wie ich - ich betreibe seit 40 Jahren auch Karate - erkennen sofort, dass die angeblichen Wesensmerkmale gar nicht zutreffen. Man muss als den Schluss ziehen, dass da ein Laie argumentiert. Misslich ist, dass diese Laien-Meinung vielfach weitergetragen wird - nur wird es ja durch Wiederholung nicht richtig! Und es wird häufig auch so in der publiziert - auch in der sogenannten Fachpresse und "Fach-Foren".
Viele Lehrer der "inneren Schule" sind nicht einmal in der Lage, die weiche Jin-Kraft zum Löschen einer einzigen Kerze zu testen (s. Fajin).
Dr. Stephan Langhoff informiert hier über seine Auffassung von Innerer Kampfkunst. Er teilt nicht die häufige Meinung, derzufolge Innere und Äußere Kampfkünste grundsätzlich unterschiedlich seien, sondern legt dar, dass ein solcher Dualismus nicht hilfreich ist.
Er weist darauf hin, dass häufig kritiklos Ansichten übernommen werden und erklärt die Hauptgründe dafür. In der Historie des Yang-Taijiquan wird sehr oft darauf hingewiesen, dass berühmte Meister zuvor eine "äußere Kampfkunst" betrieben hätten und sich dann aufgrund der Vorzüge der "Inneren Kampfkunst" für Taijiquan entschieden hätten. Daraufhin hätten sie viel mehr Siege errungen als vorher.
Eine solche holzschnittartige Argumentation berücksichtigt Wesentliches jedoch nicht. Wer östliche Kampfkunst gleich welcher Art längere Zeit intensiv betreibt, erlangt naturgemäß Fähigkeiten wie psychische Stärke bei Angriffen, Taktik, Timing und Strategie - und es wird der Wille nachhaltig gestärkt. Solche Fähigkeiten legt man nicht ab wie ein Hemd sondern integriert sie in den weiteren Kampfkunst-Weg.
Sonst hätte es ja auch nie so viele Kombinationen von Techniken des Wudang und Shaolin geben können.
Kampf gegen sich selbst, Kampfkunst, Bewegungslehre, Lebenspflege, Lebenskunst und Meisterschaft
Es geht bei diesen "Inneren Kampfkünsten" natürlich um Kampf, Kämpfen und Meisterschaft: Genau genommen geht es letztlich um die Auseinandersetzung mit sich selbst, um "Life-Skills" - Lebenskunst, Lebenspflege, um körperlich-seelisches Loslassen-Können und um innere Entwicklung über das Ego hinaus in den Bereich der Spiritualität und des Wu Wei (Wuwei).
Nach meiner persönlichen Erfahrung hat doch jede Kampfkunst den Anspruch, dass man als Schwächerer den Stärkeren besiegt - wo wäre auch sonst die Vorstellung von Kunst? Wie soll man da Innere und äußere Schulen sinnvoll unterscheiden, bzw. letzteren dieses Merkmal absprechen wollen?
Tai Chi und Qigong wurden und werden häufig als oberflächliche Pseudo-Philosophie aufgefasst ohne das wahre Potential zu verstehen. Prinzipien, Charakteristiken, Kampfkunst und innere Weiterentwicklung wurden und werden oft zu wenig berücksichtigt.
Zudem bildeten sich viele moderne "New-Age-Stile" heraus. Historie und Lineage wurden häufig fehlerhaft tradiert und viele Schüler lernten von ihren Meistern nicht die vollständige Kunst. Diese Verwässerung wurde verstärkt durch unpassendes Mischen mit Prinzipien "harter Kampfkünste".
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6.
The taiji classics say, "this is completely a matter of using intent rather than force'. When you practice taijiquan, let the entire body relax and extend. Don't employ even the tiniest amount of coarse strength which would cause musculo-skeletal or circulatory blockage with the result that you restrain or inhibit yourself. Only then will you be able to lightly and nimbly change and transform, circling naturally. Some wonder: if I don't use force, how can I generate force? The net of acupuncture meridians and channels throughout the body are like the waterways on top of the earth. If the waterways are not blocked, the water circulates; if the meridians are not impeded the chi circulates. If you move the body about with stiff force, you swamp the meridians, chi and blood are impeded, movements are not nimble; all someone has to do is begin to guide you and your whole body is moved. If you use intent rather than force, wherever the intent goes, so goes the chi. In this way - because the chi and blood are flowing, circulating every day throughout the entire body, never stagnating - after a lot of practice, you will get true internal strength. That's what the taiji classics mean by "Only by being extremely soft are you able to achieve extreme hardness." Somebody who is really adept at taiji has arms which seem like silk wrapped around iron, immensely heavy. Someone who practices external martial arts, when he is using his force, seems very strong. But when not using force, he is very light and floating. By this we can see that his force is actually external, or superficial strength. The force used by external martial artists is especially easy to lead or deflect, hence it is not of much value.
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External martial artists prize leaping and stopping as skill, and they do this till breath (chi) and strength are exhausted, so that after practicing they are all out of breath. In taiji we use quiescence to overcome movement, and even in movement, still have quiescence. So when you practice the form, the slower the better! When you do it slowly your breath becomes deep and long, the chi sinks to the cinnabar field (dan1 tian2) and naturally there is no deleterious constriction or enlargement of the blood vessels. If the student tries carefully he may be able to comprehend the meaning behind these words.
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Sinking the shoulders means the shoulders relax open and hang downward. If you can't relax them downward, the shoulders pop up and then the chi follows and goes upward, causing the whole body to lack strength. Drooping the elbows means the elbows are relaxed downward. If the elbows are elevated then the shoulders are unable to sink. When you use this to push someone they won't go far. It's like the 'cut off' energy of external martial arts*.
Mit dem Begriff innere Kampfkünste (chin. 內家拳, Nèijiāquán, kurz neijia) werden einige Stile der chinesischen Kampfkünste bezeichnet. Der Begriff wird verwendet, um sich von den äußeren Stilen (chin. 外家拳, Wàijiāquán, kurz wiajia) abzugrenzen, jedoch ist diese Einteilung umstritten. Die Bezeichnung wurde in den 1920ern von Sun Lutang popularisiert, der darunter die Kampfkünste Taijiquan, Baguazhang sowie Xingyiquan zusammenfasste. Heutzutage bezeichnen sich insbesondere Kampfkünste damit, die in enger Verbindung zum philosophischen Daoismus stehen und sich mit den daoistischen Klöstern der Wudang-Berge in Zusammenhang bringen. Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Stile, die sich selbst zu den inneren Kampfkünsten zählen
Wu-Stil und alter Yang Variante mit Stoppen !

composed relaxed serene
Die chinesischen Künste Tai Chi (Taijiquan) und Qigong bilden, besonders, wenn man sie integriert, eine sehr effektive Methode, sein Leben und seine Gesundheit positiver zu gestalten. Sie stehen für echte Lebenspflege und Lebenskunst. Dies wird und wurde von zahlreichen Lehrmeistern asiatischer Kampfkunst eindrucksvoll vorgelebt. Ihr beispielhaftes Umgehen mit der inneren Lebenskraft "Qi" (Chi) hat auch viele westliche Menschen motiviert, diesen "Kampf-Weg" des Tao zu beschreiten. Lehrer aus ganz Deutschland profitieren dabei von den Bestrebungen von Dr. Langhoff, hohe Qualität mit östlichen Meistern zu sichern - z. B. im Bereich der Ausbildung.
Dies betrifft - nicht gerade überraschend - einschlägige Foren, wo jeder ungehindert publizieren kann. Ein bisschen Menschenverstand und ein wenig vorheriges Nachdenken könnte da nicht schaden!
Was für ein Gegensatz, wenn man mit Fachleuten über den Altmeister spricht! Meine chinesischen Lehrer des Yang-Taiji haben in persönlichen Gesprächen viel interessantes über den Yang-Stil-Gründer berichtet. Zudem wird zum Thema Yang Luchan viel geforscht. Dies werde ich als Studie publizieren und an meine Schüler weitergeben.
Aktuelles:
Meister Zhang (Wushan International) demonstriert hier auf einem Seminar in Hamburg die älteste Taijiquan-Stilrichtung, den Chen-Stil. Er ist kämpferischer als der weiter verbreitete Yang-Stil und orientiert sich mehr an Prinzipien der "inneren Kampfkunst" als moderne Formen.
Dr. Stephan Langhoff informiert über Innere Kampfkünste
"Innere Kampfkunst" wird in China häufig sehr eingeschränkt gefasst - z. B. auf Tai Chi Chuan bezogen und als (künstliche) Abgrenzung zu "Äußeren Kampfkünsten". Doch was macht Innere Kampfkünste bei umfassender Sichtweise wirklich aus? Ist es nicht das stete Bemühen, sich innerlich weiterzuentwickeln, über sein Ich hinauszugehen und ein zufriedener Mensch zu sein?
Wushu: Kämpfen lernen ist letztlich der Kampf gegen sich selbst und damit eine wahre Lebenskunst! In letzter Konsequenz geht es darum, Kämpfen zu vermeiden und mögliche Konflikte und Auseinandersetzungen vernünftiger zu lösen. Dies haben besonders meine Lehrmeister Teruo Kono und Fu Zhongwen stets betont. Kampfsport eignet sich besonders gut für junge Menschen, um in einem nicht ganz ungefährlichen Rahmen die Vorteile von Vorschriften, Spielregeln und Fairness zu erkennen. Insofern sollte man den Begriff "Innere Kampfkunst" sehr weit fassen.
Große Meister des Karate verkörpern eine solche "Innere Kampfkunst" sehr offenkundig.

Die beiden Karate Großmeister und Stil-Gründer Gogen Yamaguchi (Goju-Ryu) und Hironori Ohtsuka (Wado-Ryu) auf einer Veranstaltung in Japan 1977.

Es war Meister Yamaguchi, der es so formulierte: "The essence of the Martial Arts is not the strength, not the art, but that which is hidden deep within yourself."
Auf Seminaren wie hier bei der Lehrer-Fortbildung 2008 des Dt. Taichi-Bundes werden viele Fragen der Inneren Kampfkünste diskutiert und erklärt.
Innere Kampfkunst: Was sind Innere Kampfkünste wirklich? Schlaglichter auf einen umstrittenen Begriff